Let’s Talk: Postpartale Stimmungskrisen

Let’s Talk: Postpartale Stimmungskrisen

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Die Geburt eines Babys ist für alle Beteiligten mit großen Gefühlen verbunden, allen voran für die Mutter selbst. Der massive körperliche Einsatz bei der Geburt, Schlafmangel, wenig freie Zeit und Ängste — letztere insbesondere beim ersten Kind — sind natürliche Begleiterscheinungen, die leicht in einer emotionalen Achterbahnfahrt münden. Wo jedoch liegt die Grenze zwischen natürlichen Turbulenzen und einem schwerwiegenden Verlust der emotionalen Balance? Lesen Sie diesen Beitrag mit klassischen Warnsignalen und Symptomen einer postpartalen Depression.

Grenzen und Begriffsunterscheidungen: Was ist was?

Die U.S. National Library of Medicine definiert die Postpartale Depression (PPD) als “milde depressive Verstimmung bis schwere Depression einer Frau nach der Entbindung ihres Kindes.” Obwohl es jederzeit innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung des Babys zu solch einem Zustand kommen kann, tritt er in der Regel “innerhalb der ersten drei Monate nach der Entbindung” auf. Obgleich die Ursachen der Postpartalen Depression ungeklärt bleiben, gibt es eine Reihe Faktoren wie beispielsweise hormonelle Einflüsse, Veränderungen im Körper und in Beziehungen, weniger Freizeit und Schlafentzug, die den Schweregrad beeinflussen können.

Postpartale Stimmungskrise oder Postpartale Depression?

Geburt- und Wochenbett-Beraterin Jamie Malone von Insight Counseling and Consulting hat einen Leitfaden zusammengestellt, der dabei hilft, die Postpartale Stimmungskrise von der Postpartalen Depression zu unterscheiden. “Ein gewisses Gefühl der Erschöpfung und Niedergeschlagenheit im Rahmen einer Postpartalen Stimmungskrise zwei Tage bis zwei Wochen nach der Entbindung ist normal und sogar relativ häufig. Alles, was darüber hinausgeht, bietet Anlass zur Sorge und bedarf einer Untersuchung.” Hinzu kommt, dass selbst bei einer Frau mit Postpartaler Stimmungskrise, die sich nach der Geburt niedergeschlagen, erschöpft und weinerlich fühlt, die vorherrschende Stimmungslage positiv ist. Eine Postpartale Depression hingegen ist mit Gefühlen wie Schuld, Wut, Isoliertheit und Leere verbunden. Die U.S. National Library of Medicine merkt an, dass diese Mutter überdies “wenig Interesse an ihrem Baby” haben kann oder, ganz im Gegensatz, “in übermäßiger Sorge um das Baby sein kann.”

Fällt Ihnen die Unterscheidung der beiden hier beschriebenen Gefühlslagen schwer, empfiehlt Beraterin und Inhaberin von Maternal Counseling Services, Ciji C. Gamble, “den Schweregrad, den Zeitpunkt und die Dauer” bei der Diagnosestellung zu beachten.“ Bei der Frage nach dem Schweregrad ist die Postpartale Stimmungskrise klassischerweise durch eine milde Ausprägung gekennzeichnet, so Gamble, ganz im Gegensatz zur Symptomatik einer Postpartalen Depression, die als “eher überwältigend” beschrieben werde. Darüber hinaus tauchen die Symptome einer Postpartalen Stimmungskrise innerhalb von Minuten nach der Entbindung auf, erreichen ihren Höhepunkt in der Regel nach drei bis fünf Tagen und sollten nicht länger als zwei Wochen nach der Entbindung andauern, so Ciji C. Gamble.

Eine Postpartale Angststörung kann ebenso häufig auftreten wie eine Depression

Obwohl fast jeder den Begriff der Postpartalen Depression kennt, scheint das Auftreten der weniger geläufigen Postpartalen Angststörung ebenso häufig zu sein und kann zusammen mit einer Postpartalen Depression auftreten. Panikattacken und Zwangsstörungen sind nur einige Symptome die hierbei auftreten können. Eine junge Mutter musst also nicht zwangsläufig Anzeichen von Traurigkeit zeigen. Andere Signale können ebenfalls auf eine psychische Erkrankung hinweisen. Und so erfordert jede emotionale Veränderung nach der Geburt besondere Aufmerksamkeit.

Ist das Risiko einer postpartalen Störung bei manchen Menschen höher?

Ja, es gibt eine Reihe an Faktoren, die das Risiko einer Postpartalen Depression oder Angststörung erhöhen. Vom Jobverlust über traumatische Erfahrungen bei der Geburt bis hin zu Problemen beim Stillen und Vorerkrankungen gibt es viele Faktoren und Belastungen, die eine Frau und in wenigen Fällen auch den Mann, anfälliger machen können. Die Mayo Clinic liefert hierzu eine Liste mit Risikofaktoren und die wissenschaftlichen Beiträge in diesem Artikel auf Wikipedia bieten weitergehende Informationen zu Risikofaktoren.

Wann Sie Hilfe aufsuchen sollten

Wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung mit den Auswirkungen einer Geburt zu kämpfen hat, ist es wichtig zu wissen, wann es Zeit ist, Hilfe zu suchen. Die U.S. National Library of Medicine empfiehlt die Einbindung eines Facharztes, wenn eine Stimmungskrise zwei Wochen nach der Geburt fortbesteht oder wenn Sie größere Probleme bei der Bewältigung Ihrer Aufgaben im Haushalt oder Job haben. Das Gleiche gilt, wenn Sie sich nicht selbst um Ihr Baby kümmern können oder Gedanken aufkommen, in denen Sie sich oder dem Baby Schaden zufügen.

Eine Postpartale Störung, ganz gleich welcher Art und Ausprägung, kann extrem belastend für eine junge Mutter sein. Es ist daher sehr wichtig, rechtzeitig Unterstützung zu suchen und, falls erforderlich, eine Behandlung einzuleiten. Wenn Sie glauben, betroffen zu sein, zögern Sie nicht und haben Sie vor allem keine Angst, um Hilfe zu bitten. Sie sind nicht allein. Sie und Ihr Baby verdienen einen gesunden und zufriedenen Start in Ihr gemeinsames Leben.

Annelise Driscoll

Annelise is a graduate of Hamilton College who enjoys writing, reading and roller derby. When she isn't noveling, she can be found doing yoga and watching British baking shows.
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